Mit Eloquenz und pädagogischem Feingefühl zeigt der Autor Christian Linker unseren Fünftklässler/innen die vielen Dimensionen von Literatur

Ein Hauch von Frankfurter Buchmesse lag in der Aula der Prinzenstraße - einen Schriftsteller live und in Farbe zu sehen, das fanden die Fünftklässlerinnen und Fünftklässler schon ziemlich interessant. So musste der bekannte Autor, der mehr als fünfundzwanzig Bücher geschrieben hat, bereits im Vorlauf der Lesung zahlreiche Autogrammwünsche erfüllen. Viele Kids hatten sogar ihre Buchexemplare mitgebracht – Linkers Roman „Boy from Mars“ war bereits im Unterricht behandelt worden -, die der Autor auch gern mit Widmung versah. Unter die Autogrammjäger gesellte sich sogar die eine oder andere Deutschkollegin. Ein Start nach Maß für die von der Deutschkollegin Constanze Bleckmann mit viel Liebe zum Detail organisierte Veranstaltung.  

Im Rahmen der anschließenden Lesung variierte Christian Linker dann geschickt zwischen Lesepassagen und erzählender Wiedergabe. Den Zuhörenden eröffnete sich so ein gelungener Einblick in die actiongeladene Vision des Autors von einer Zukunft, in welcher der Geburtsjahrgang 2013 – dem viele der heutigen Fünftklässler/innen angehören – bereits die Großelterngeneration repräsentiert. Altersgerecht warf Linker die klassischen Fragen literarischer Dystopien auf: Welche Handlungsspielräume etwa hat eine Gesellschaft, die sich am Scheideweg zwischen Selbstzerstörung und demokratischer Rechtsstaatlichkeit befindet? In welchem Verhältnis stehen persönliche Freiheit und kollektive Verantwortung dabei?

     
     
     

Linkers Protagonist, der Teenager Jonto, erlebt genau diese Problematik vor dem Hintergrund eines persönlichen Schicksalsschlages: Nach dem Tod des Opas – Jahrgang 2013! – lässt ihn die scheinbar perfekte Marsgesellschaft fallen wie eine heiße Kartoffel und schiebt ihn auf die rückschrittliche Erde ab, die gerade an den Nachwehen einer Klimakatastrophe laboriert. Jonto, der das Gefühl Heimatverlust und Isolation intensiv erlebt, muss sich nun auf die weite Reise zum blauen Planeten begeben, sich mit der dort lebenden, fremdgewordenen Mutter sowie zahlreichen Erdenteenagern auseinandersetzen, die auf Recht und Gesetz pfeifen.

Das ambivalente Bild beider Gesellschaften – keine ist perfekt, jede hat Leerstellen, Fehler und Unmenschlichkeiten – wurde dann auch in der anschließenden Diskussion deutlich. Den deutungsrelevanten und manchmal auch sehr weltlichen Fragen der Zehn- und Elfjährigen – warum isst man in der fiktiven Zukunft kein Fleisch mehr? Welche Bedeutung haben Namen und Zuschreibungen? Was verdient man als Autor/in so? – stellte sich Linker im Anschluss mit Offenheit, pädagogischem Feingefühl und einer Prise Humor.

Die Lesung war dann auch mehr als nur Vorlesen – sie hatte das Potenzial, literarische Einblicke zu öffnen, Dialoge und Perspektivwechsel anzuregen, Menschen aus unterschiedlichen Lebensbereichen zusammenzubringen und vielleicht sogar den weiten Weg zwischen Erde und Mars zu überbrücken.

Text und Fotos: Sonja Klever

  

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